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Alzheimer – Demenz

Demenz

Wenn man sich alle erlernten Fähigkeiten, Interessen, Begabungen, Charaktereigenschaften usw. als Bücher in einem Büchergestell vorstellt … und dann immer mehr Bücher umfallen, oder sogar ganz aus dem Gestell fallen; so ist Demenz!

Ein gutes Bild zu Alzheimer-Demenz aus dem Film Honig im Kopf von Til Schweiger

Was ist eigentlich Demenz?

Ich bin vergesslich – habe ich eine Demenz?

Wir alle sind von Zeit zu Zeit vergesslich, die einen etwas mehr, andere etwas weniger häufig. Es besteht also noch kein Grund zur Beunruhigung, wenn man ab und zu einen Namen nicht mehr präsent hat oder von Zeit zu Zeit die Schlüssel verlegt. Sollte man aber merken, dass die Vergesslichkeit mehr und mehr zunimmt und solche Dinge sehr oft und in verschiedenen Alltagsbereichen auftreten, empfiehlt sich eine Abklärung beim Hausarzt. Spätestens wenn sich komische Situationen häufen, wie z.B. das Portemonnaie findet sich nach langem Suchen im Kühlschrank oder der vermeintlich gestohlene Schmuck befindet sich plötzlich im Backofen, da müssen die Alarmglocken läuten, da kann nicht mehr von normaler Vergesslichkeit gesprochen werden. Der Verlust des Gedächtnisses ist allerdings nur eines der Symptome für Demenz. Es können sich noch viele andere Symptome zeigen.

Was ist der Unterschied zwischen Demenz und Alzheimer?

Oft werden die Begriffe Alzheimer und Demenz für gleichbedeutend gehalten, was aber nicht korrekt ist. Demenz ist nur das wichtigste Symptom von Alzheimer. Der korrekte Ausdruck wäre eigentlich Alzheimer-Demenz, es handelt sich dabei lediglich um eine Form der Demenzen, wenn auch die häufigste. Etwa 60 % aller Demenzerkrankungen beruhen auf der Alzheimer-Demenz.
Demenz ist der Oberbegriff für mehr als 100 verschiedene Krankheiten, welche die Funktion des Gehirns beeinträchtigen. Demenz ist eine Störung im Kurzzeitgedächtnis, begleitet von weiteren Defiziten in den Bereichen des Bewusstseins und der Emotionen.

Schleichender Verlauf

Sie entsteht für gewöhnlich schleichend, beginnt also mit Einschränkungen in der Merk- und Lernfähigkeit, erstreckt sich anschliessend über weite Teile des Gedächtnisses und betrifft schlussendlich auch das Langzeitgedächtnis. Demenzkranke im letzten Stadium haben nahezu alle erlernten Fertigkeiten und Fähigkeiten verloren. Das erklärt, dass der Betreuungs- und Pflegeaufwand solcher Menschen enorm sein kann. Die Krankheit wurde nach dem Arzt Alois Alzheimer benannt, der sie 1906 erstmals beschrieb, nachdem er im Gehirn einer verstorbenen Patientin charakteristische Veränderungen festgestellt hatte.

Demenz, Vergesslichkeit, Alzheimer

Reversible Demenzformen

Bestimmte körperliche und psychische Krankheiten können ähnliche Störungen hervorrufen wie eine Demenzkrankheit, jedoch ohne definitive Schädigung des Gehirns, sofern die auslösenden Faktoren rechtzeitig behoben oder behandelt werden. Wichtigste Ursachen von demenzähnlichen Symptomen sind Depressionen, Stoffwechselstörungen sowie Alkohol- und Medikamentenmissbrauch. Diese sogenannten sekundären Demenzen sind meist heilbar, wenn die Ursache behandelt wird!

Mehr Wissenswertes zur Alzheimer-Demenz

Primäre Demenz

Die Alzheimer-Demenz zählt dagegen zu den sogenannten primären Demenzen, bei denen das demenzielle Verhalten direkt auf Gehirnveränderungen zurückzuführen ist. Die Alzheimer-Demenz ist wie auch die anderen primären Demenzen (vaskuläre Demenz, Lewy-Body-Demenz u.a.) laut Schulmedizin nicht reversibel, die Krankheit könne jedoch verlangsamt, bzw. die Symptome verbessert werden. Von Alzheimer sind fast ausschliesslich Menschen höheren Alters betroffen. Durch die Bevölkerungsentwicklung in den westlichen Industrienationen mit immer älter werdenden Menschen steigt daher auch das Risiko, an Alzheimer zu erkranken.

Störung des Gleichgewichts von Botenstoffen

Bei der Alzheimer-Demenz spricht man auch von einer neurodegenerativen Demenz. Das Krankheitsbild ergibt sich aus einer Störung des Gleichgewichts von Botenstoffen im menschlichen Gehirn. Insbesondere der Botenstoff Glutamat ist hier in seiner Konzentration stark verändert, so dass durch dieses Ungleichgewicht immer mehr Nervenzellen im Gehirn absterben. In der Regel sind dadurch Regionen betroffen, die für das Erinnerungsvermögen und die Orientierung sehr wichtig sind.

Ein Defekt in den Nervenzellen löscht erlernte Fähigkeiten

Die Ursachen von Demenzen, sind bislang nicht abschliessend geklärt, die Meinungen der Mediziner gehen hier auseinander. Bei Alzheimer können sogenannte Mikroglia Zellen, die Teil des Immunsystems im Gehirn sind, vermehrt nachgewiesen werden, deshalb könnte es sich auch um eine entzündliche Erkrankung des Gehirns handeln. Fakt ist, dass Demenzkranke eine veränderte Hirnstruktur aufweisen. Als Ursache der Demenz gilt daher ein Defekt in den Nervenzellen; die Nervenzellen verlieren an Grösse und daraus resultierend an Verbindungen zu benachbarten Nervenzellen. Das Gedächtnis sowie die Denkleistung werden immer stärker eingeschränkt, erlernte Fähigkeiten und Fertigkeiten werden nach und nach gelöscht.

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Symptome und Auswirkungen

Vergesslichkeit

Wie bereits erwähnt, ist Vergesslichkeit wohl eines der ersten und deutlichsten Symptome im Anfangsstadium einer Demenz. Vergessen werden Termine, Namen und Ereignisse und verlegt wird alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Bei einer mittelgradigen Demenz häufen sich Gedächtnisaussetzer dann und fallen mehr und mehr auch Aussenstehenden auf. Im Endstadium erkennen Betroffene dann auch Nahestehende wie z.B. eigene Kinder oder Ehepartner nicht mehr!

Verhaltensänderungen, depressive Verstimmungen

In etwa zur selben Zeit setzen weitere Symptome ein, die anfänglich eher an eine depressive Episode erinnern, so etwa Verstimmungszustände, der Verlust langjähriger Interessen und Hobbies, leichte Reizbarkeit und eine abgeflachte Emotionalität. Es können sich aber auch starke Persönlichkeitsänderungen zeigen, die Betroffenen können mitunter mit gegensätzlichen Verhaltensmustern reagieren. Früher immer freundliche Menschen werden aggressiv, laut und aufbrausend, um im nächsten Moment unsicher, weinerlich und ängstlich zu sein. Alzheimer-Patienten neigen zu völlig unvorhersehbaren Stimmungswechseln, die im Tagesverlauf häufig wechseln können.

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Einschränkung in der Kommunikation

Im weiteren Verlauf äussert sich die Demenz mit Einschränkungen in der Kommunikation. Betroffene können sich an Gesagtes nicht mehr erinnern, vergessen Absprachen und verlieren ihren persönlichen Umgangston. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung kommt es dann zu weiteren Defiziten in den Bereichen Sprache, wie z.B. Wortfindungsstörungen und eine generelle Abnahme des Wortschatzes. Betroffene haben deshalb Mühe, einem ganz normalen Alltagsgespräch zu folgen. Es kommt oft zu Missverständnissen und je nach Temperament wird der Ärger darüber ausgedrückt. Ebenfalls treten Wortschöpfungen auf, wenn das korrekte Wort sich nicht finden lässt (z.B. Backding statt Backofen).

Probleme in der örtlichen und zeitlichen Wahrnehmung und Orientierung

Einschränkungen in der räumlichen Wahrnehmung können ebenfalls auftreten. Erkrankte wissen häufig nicht mehr, wo sie sich befinden, und wirken orientierungslos, insbesondere in veränderten oder unbekannten Umgebungen. Im späteren Krankheitsverlauf aber auch im gewohnten Umfeld. So können sich die betroffenen Menschen auch in ihrem eigenen Zuhause nicht mehr zurechtfinden! Oder sie irren in ihrer Heimatstadt herum und finden den Heimweg nicht mehr.
Der Verlust des abstrakten Denkens führt aber z.B. auch dazu, dass das Zeitgefühl verloren geht und Tageszeiten nicht mehr richtig gedeutet werden können. So wird es anfangs unmöglich, sich an Termine zu halten und im späteren Krankheitsverlauf kann die Nacht plötzlich zum Tag oder das Abendessen zum Frühstück werden!

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Probleme in der Motorik

Eine vollends ausgeprägte Demenz bringt auch motorische Schwierigkeiten mit sich. Die Betroffenen bewegen sich unsicher, die Bewegungen werden steif und langsam und die Betroffenen sind sturzgefährdet. Eingeübte Bewegungsmuster gehen verloren, dies in der Grob- sowie Feinmotorik. So können die Betroffenen irgendwann auch nicht mehr schreiben oder selbständig essen. Aber auch langjährige Lieblingsbeschäftigungen wie z.B. Stricken werden nicht mehr beherrscht!

Umgang mit Demenzkranken

Eine Herausforderung!

Aus diesen vielschichtigen und sehr einschneidenden Symptomen lässt sich gut ableiten, dass der Umgang mit Demenzkranken und deren Pflege hohe Kompetenzen und viel Fingerspitzengefühl erfordert! Es benötigt ein gutes Einfühlungsvermögen, Respekt und Liebe für das Gegenüber und nicht selten ist eine grosse Portion Humor gar nicht fehl am Platz. Den Humor braucht man selbstverständlich nicht, um sich über die erkrankte Person lustig zu machen, sondern um ungewöhnliche Situationen positiv zu steuern. Von Vorteil ist auch eine «dicke» Haut, denn es ist nicht immer einfach, wenn eine an Demenz erkrankte Person einen plötzlich beschimpft oder vielleicht sogar handgreiflich wird. Man sollte versuchen, solche Geschehnisse nicht zu persönlich zu nehmen und die Ursache für das Verhalten zu verstehen versuchen. Oft kann man solches Verhalten auch ganz gut umgehen, indem man die Personen grundsächlich ernst nimmt und validiert.

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Validieren

Validieren bedeutet „wertschätzen, akzeptieren, annehmen“. Man versucht, die Emotionen der Menschen zu erspüren und sich an ihrer persönlichen Sicht- und Erlebenswelt zu orientieren. Das kann heissen, den Menschen nicht zu widersprechen, auch wenn man weiss, dass man «im Recht» ist. Wenn z.B. eine demenzkranke Person zu jemandem immer «Mama» sagt, kann es sie kränken oder verwirren, wenn man tadelnd reagiert oder sogar erklärt, dass die Mutter doch schon lange gestorben sei usw. Validation kann sehr herausfordernd sein, insbesondere, wenn man als (pflegender) Angehöriger dauernd um die von Demenz betroffene Person herum ist. Nehmen Sie als Angehöriger frühzeitig Hilfe in Anspruch, damit Sie entlastet werden. Denken Sie auch an Ihre eigenen Bedürfnisse.

Einige Tipps, um die Begegnung mit Demenzkranken zu erleichtern

  • Stellen Sie Blickkontakt her und nehmen Sie sich die Zeit, aufmerksam zuzuhören.
  • Sprechen Sie nicht zu schnell und in einfachen Sätzen.
  • Zeigen Sie Verständnis, wenn Ihr Gegenüber Mühe hat, Ihnen etwas mitzuteilen. Helfen Sie vorsichtig und freundlich, indem Sie z.B. fehlende Wörter vorschlagen.
  • Nehmen Sie die Person ernst und zeigen Sie Interesse an Ihren Anliegen und Ängsten.
  • Widersprechen Sie nicht bei unverständlichen Aussagen oder Geschichten.
  • Nehmen Sie Anschuldigungen nicht persönlich, bleiben Sie ruhig, vermeiden Sie Hektik.
  • Finden Sie heraus, was die erkrankte Person früher gerne machte und sprechen Sie darüber oder führen Sie das Hobby, wenn möglich mit der Person durch.
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Schöne Nachricht

Der menschliche Geist bleibt funktionsfähig!

Es ist zu beobachten, dass Menschen mit einem geistlichen Hintergrund stark auf ihnen bekannte Lieder, Chorusse oder Gebete reagieren können. Auch wenn die die Krankheit bereits weit fortgeschritten ist. Da die Alzheimer-Krankheit das Hirn des Menschen angreift, wird auch die Seele blockiert, doch der menschliche Geist bleibt voll funktionsfähig! Dies ist natürlich eine schöne Nachricht für Angehörige, die wissen, was ihre Liebsten früher für geistliche Musik gehört und gesungen haben, oder auch welche Gebete oder Bibelverse sie auswendig gelernt haben. Es ist zu beobachten, dass solche Lieder oder Verse ein Lächeln oder Tränen auf ein sonst fast teilnahmsloses Gesicht zaubern können. Probieren Sie es aus!

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Eine gesunde Ernährung und die Bedeutung von Vitalstoffen

Eine ausgewogene und gesunde Ernährung, die eine Versorgung mit allen für die körperliche Gesundheit wichtigen Vitalstoffen bietet, kann vielen Erkrankungen vorbeugen und den Körper bei Erkrankungen unterstützen. Da eine solche Ernährung in der heutigen Zeit kaum mehr möglich ist, können in gewissen Fällen gezielt ausgewählte Nahrungsergänzungsmittel mit natürlichen Vitalstoffen Hilfe bieten.

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